Zukunft Rhein-Main young - kein Flughafenausbau | Umweltskandal | Vogelschlag
 
 
Links E-Mail Impressum FAQ

Vogelschlag -
ein unterschätztes Risiko
   
 

In Deutschland ist die Gefahr durch Vogelschlag ein immer wieder unterschätztes Risiko für den Flugbetrieb. So auch beim geplanten Bau der neuen Landebahn des Frankfurter Flughafens. Der Betrieb der Landebahn Nordwest im Kelsterbacher Wald wäre im Vergleich zum jetzigen Flugbetrieb am Rhein-Main Flughafen durch ein deutlich höheres Vogelschlagrisiko gefährdet.

   
 

Vogelschlag, was ist das?
Den Zusammenstoß zwischen einem Flugzeug und einem Vogel bezeichnet man als Vogelschlag. Die Vögel können hierbei Triebwerke und Pilotenkanzeln zerstören. Gerät ein Flugzeug in einen Vogelschwarm, ist diese Gefahr besonders groß.
An Vogelschlägen sind vor allem Möwen, Krähen und Greifvögel beteiligt.

   
 

Lachmöwen machen den Flugzeugen des Leben schwer
Im Winter sind am Main vor allem Lachmöwen und Saatkrähen zu Tausenden anzutreffen. Die Initiative Zukunft Rhein-Main hat den Vogelkundler Bernd Petri mit Vogelbeobachtungen und -zählungen beauftragt.
Er registrierte vor allem in den Morgenstunden große Schwärme der beiden Vogelarten. An einem Morgen zählte er in einer Stunde bis zu 1.500 Vögel.
Der Main ist eine wichtige Leitlinie des Vogelzugs. Die Vögel nutzen die Thermik über dem Wasser und steigen in kürzester Zeit auf Flughöhen weit über 100 Meter. Zudem kommt es im Winter täglich zu stundenlangen Pendelflügen von Vogel-
schwärmen in Flughöhen zwischen 60 und 300 Metern. Die Flugzeuge, die auf der geplanten Nordwestbahn landen, würden den Main in derselben Höhe überqueren.

   
   Foto: Pia Sue Helferich
   
  Wasservögel & Co
Eine weitere Gefahr geht von den Wasservögeln aus, die in Scharen am nahe gelegenen Mönchwaldsee leben. Hierbei handelt es sich vor allem um Entenarten.
   
  Petri erklärt: Bei einer Rodung des Waldes für die Nordwestbahn, verbessere sich der Lebensraum der Wasservögel. Sie könnten über die freie Fläche besser an- und abfliegen. Damit würde der Mönchwaldsee für Wasservögel regelrecht erschlossen und die Vogelschlaggefahr erhöht.
   
  Das Horrorszenario ist perfekt
Ein zusätzliches Risiko ergibt sich durch die Tatsache, dass das Ticona Chemiewerk in der Einflugschneise der zukünftigen Nordwestbahn liegt. Ein möglicher Absturz durch Vogelschlag könnte eine Umweltkatastrophe zur Folge haben.
Dieses kombinierte Risiko beunruhigt vor allem umliegende Gemeinden.
   
  Stimmen und Meinungen
Thomas Norgall vom BUND sagt, bislang sei das Problem des Vogelschlags unangemessen behandelt worden. Das Risiko müsste dem Vorstand der Fraport AG bekannt sein. Ein Verfahren, das dieses nicht berücksichtige, sei fahrlässig.
Der Bürgermeister von Kelsterbach, Erhard Engisch und der Rechtsanwalt der Stadt kündigten an, die Forschungsergebnisse zum Vogelflug in den Erörterungstermin des Planfeststellungsverfahrens einbringen zu wollen und notfalls bis vors Bundesverfassungsgericht zu gehen.
Es bleibt zu hoffen, dass die Fraport AG das Vogelschlagrisiko ernst nimmt und gegebenenfalls eine Alternative anbieten kann. Der Erörterungstermin zum Planfeststellungsverfahren wird Licht ins Dunkel bringen.
   
  Mehr zum Erörterungstermin im Januar findet
Ihr hier
Außerdem erfahrt Ihr hier alles zum Thema Ticona.
   
  top