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FAQ: Das Märchen von der Jobmaschine
   
  Die Realität der künftigen Jobwelt im Rhein-Main-Gebiet

„Sag’ eine Lüge, so hörst du die Wahrheit“ – mit diesem Sprichwort lässt sich am Besten auf das zentrale Ausbauargument der Fraport AG reagieren.
Welche Aussagen sind reine Utopie, was entspricht der Realität? Im Dschungel der Pressemitteilungen und Veröffentlichungen fällt der Durchblick häufig schwer. Wir blicken hinter die Argumentations-Fassaden und beantworten die häufigsten Fragen zur „Jobmaschine Flughafen“.

   
  Werden durch den Flughafenausbau tatsächlich 250.000 neue Arbeitsplätze geschaffen?
Die im Mediationsverfahren genannte unglaubliche Zahl von 250.000 neuen Jobs wurde inzwischen von der Fraport AG auf 40.000 korrigiert. Als realistisch erscheinen jedoch weniger als 20.000 Stellen.
Auf längere Sicht wird selbst diese Zahl Makulatur werden, weil die Fraport AG rationalisieren und damit Arbeitsplätze einsparen will.
An das populäre Argument der „Jobmaschine“ denkt die Fraport AG nur, wenn sie bei Politikern etwas durchsetzen will. Ansonsten hat sie nicht viel mit der Schaffung von Arbeitsplätzen im Sinn.
   
  Wird die Erweiterung des Flughafens einen positiven Einfluss auf die Beschäftigung im Rhein-Main-Gebiet haben?
Definitiv nein. Im direkten Flughafen-Umland wird die Zahl der Beschäftigten sogar stark sinken. Das Beschäftigungswachstum der Region wird unter dem von Südhessen liegen.
Je weiter man sich vom Frankfurter Flughafen entfernt, desto besser wird die Beschäftigungsentwicklung. Aufgrund seines großen Einzugsgebietes deckt der Flughafen den Arbeitskräftebedarf hauptsächlich durch Pendler, die weit entfernt wohnen. Dadurch werden Beschäftigungseffekte im Flughafen-Umland immer geringer.
Weder die Inbetriebnahme der Startbahn West hat die Beschäftigungslage in der Region merklich beeinflusst, noch wird dies ein weiterer Flughafenausbau tun.
   
  Ist die einfache Formel „Mehr Flughafen = mehr Arbeitsplätze“ gültig?
Die genannte Formel ist mittlerweile widerlegt. Die positiven Beschäftigungseffekte sind deutlich geringer, als die Fraport AG behauptet. Spürbar zugenommen haben nur die Gewinne der Fluggesellschaften.
(Hier gibt’s die aktuellen Börsenkurse der Fraport AG | www.boerse.de)
   
  © Grafik: www.bi.mainspitze.de
   
  Setzt die Fraport AG ihre Gewinne zur Schaffung neuer Arbeitsplätze ein?
Der Fraport AG geht es vorrangig nicht um die Schaffung neuer Arbeitsplätze. „Shareholder value“ heißt ihr Konzept, kurzum: alles für das Wohlergehen und die Zufriedenheit der Großaktionäre.
Der Gewinn wird nicht in neue Arbeitsplätze und Arbeitsfelder investiert, sondern den Aktionären ausgeschüttet.
Rationalisierung und Stellenabbau sind daher Trumpf. Immer weniger Beschäftigte bewältigen ein steigendes Flugverkehrsaufkommen.
   
 

Kann eine Flughafenerweiterung auch zur Vernichtung von Arbeitsplätzen führen?
Ja, die Störwirkung des Flughafens auf andere Wirtschaftsbereiche führt zur Vernichtung geplanter Industrieansiedlungen. Firmen, die eine ruhige Arbeitsumgebung (z.B. hochempfindliche Messindustrie) benötigen, würden sich erst gar nicht in der Region ansiedeln. Aus Sicherheitsgründen müssten viele Industrieflächen aufgegeben werden („Ticona steht der neuen Landebahn im Weg“ | www.ig-oekoflughafen.de/
Ticona.htm
). Zehntausende geplanter Arbeitsplätze würden verlagert oder gar nicht erst entstehen.

© Foto:  Initiative Zukunft Rhein-Main

   
 

Würden durch den Ausbau nicht viele „Traumjobs“ am Flughafen entstehen?
Die Fraport AG bietet derzeit nur etwa 100 Ausbildungsplätze für Jugendliche an. Gemessen an der Unternehmensgröße ist dies eine lächerlich kleine Zahl.
Die Mehrzahl der wenigen neuen Stellen wären unterbezahlte „bad jobs“ (geringqualifizierte Jobs z.B. in der Gepäckabfertigung oder im Frachtbereich) unter miserablen und gesundheitlich fragwürdigen Arbeitsbedingungen.

   
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