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Das Märchen von der Jobmaschine
   
  Das Versprechen und die Wirklichkeit – die Arbeitsplatzlüge der Fraport AG

Wer in diesem Lande Arbeitsplätze verspricht, dem fliegen die Herzen der Bevölkerung zu. Der kann sich des Lobes der Gewerkschaften sicher sein. Genaues Hinsehen ist nicht mehr gefragt. Geht es um Arbeitsplätze am Flughafen, gilt es fast als verwerflich, wenn jemand nachdenklich fragt: Welche Arbeitsplätze meint ihr eigentlich? Hat doch jeder, der an Arbeit am Flughafen denkt, die schicke - am besten weiße - Uniform des Flugkapitäns vor Augen oder das flotte blaue Kostümchen der Stewardess.

© Foto:  Pia Sue Helferich

   
  Arbeitsplatzlüge als Ausbauargument
Zur Rechtfertigung des weiteren Ausbaus des Rhein-Main-Flughafens wird immer wieder das Argument der vielen neuen Arbeitsplätze angeführt. Auch die Fraport AG versuchte mit unseriösen Arbeitsplatzprognosen Eindruck bei den Bürgern zu schinden, sich als Joblieferant für die ganze Rhein-Main-Region darzustellen. Doch die unrealistische Jobvorhersage für den Frankfurter Flughafen musste inzwischen drastisch nach unten korrigiert werden. Das zentrale Argument für den Flughafenausbau hat sich als Utopie herausgestellt.
   
  Jobmaschine legt Rückwärtsgang ein
Fraport ist keine Jobmaschine mehr: Das fantastische Versprechen von 250.000 neuen Stellen entpuppt sich als heiße Luft. Heute wird von weniger als 40.000 Jobs gesprochen. Viele Experten halten selbst diese Zahl noch für zu hoch angesetzt. In der Realität könnten maximal 20.000 neue Arbeitsplätze im Zuge eines Flughafen-
ausbaus entstehen. Es wird immer klarer, dass auf längere Sicht bestenfalls ein leichtes Plus an Stellen bliebe. Die einfache Formel „Mehr Flughafen = mehr Arbeitsplätze“ ist heute widerlegt.
   
  Flughafen als „Job-Killer“
Die Störwirkung der gesteigerten Anzahl von Starts und Landungen auf die Wirtschaft im gesamten Rhein-Main-Gebiet wurde bislang kaum untersucht. Eine Erweiterung des Frankfurter Flughafens könnte zur Vernichtung tausender Jobs führen. Viele Firmen, die eine ruhige Arbeitsumgebung brauchen, würden sich erst gar nicht hier ansiedeln. Geplante Industriegelände fielen in den Sicherheitsbereich der neuen Start- bzw. Landebahn. Sie wären für die gewerbliche Nutzung nicht mehr verwendbar. Folglich würden Zehntausende von Arbeitsplätzen erst gar nicht entstehen. Der Grat zwischen „Job-Knüller“ und „Job-Killer“ ist auch hier sehr schmal und brüchig.
   
 

Schöne neue Jobwelt
Das Bild der Traumjobs am Flughafen wird gehegt und gepflegt: „Pilot, Stewardess oder Fluglotse – der Traumjob vieler Jugendlicher – mehr davon? Dann sagen auch Sie Ja zum Ausbau“, mit diesem Text wirbt die Fraport AG in ihren Anzeigen. Doch die Wirklichkeit stellt sich ganz anders dar. Das Angebot von gerade einmal 100 Ausbildungs-
plätzen pro Jahr, ist - gemessen an der Gesamt-
beschäftigtenzahl - mehr als dürftig. Auch die Rationalisierungspotenziale am Frankfurter Flughafen sind noch längst nicht ausgeschöpft. Ausgliederung und Abbau von Arbeitsplätzen ist Trumpf. Die wenigen neuen Stellen, die derzeit noch entstehen, werden bei Tochterfirmen der Fraport AG geschaffen, um die im Stammbetrieb fälligen Tariflöhne zu umgehen.
Hinter den Glitzerfassaden des Flughafens herrschen oftmals miserable Arbeitsbedingungen. Schlechtbezahlte „Horrorjobs“ sind an der Tagesordnung. Die angepriesenen Traumjobs gibt es in der Realität kaum.

© Foto: Pia Sue Helferich

   
  Jobmaschine Flughafen – Arbeit um jeden Preis?
Derzeit spielt man mit der Existenzangst von Menschen und der Hoffnung auf Arbeitsplätze. Ein Flughafenausbau in der geplanten Größenordnung ist gegenüber der Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet nicht zu verantworten.
Kann eine Gesellschaft wirklich Arbeit um jeden Preis wollen? Die Lebensqualität und Gesundheit der Bevölkerung werden fahrlässig aufs Spiel gesetzt. Die langfristigen Folgen des Ausbaus unter Berücksichtigung aller Effekte werden nicht hinterfragt. Als Ergebnis einer zusätzlichen Piste blieben Waldvernichtung, die Erhöhung der Lärmbelastung Hunderttausender, Absturzgefahr und Verkehrskollaps – aber wenig neue Jobs.
Die Ausbaugegner sind nicht gegen den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Sie wehren sich nur gegen eine verlogene Unternehmenspolitik, die lediglich die eigene Gewinnmaximierung auf Kosten der Menschen und der Umwelt zum Ziel hat. Wachstum sollte dort seine Grenzen haben, wo menschliche Lebens- und Arbeitsbedingungen aus Profitinteresse zerstört werden.
   
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